Nach einem Arbeitsplatzverlust müssen Arbeitnehmer trotz Fachkräftemangel häufig längere Bewerbungszeiten in Kauf nehmen, bevor sie in einem Job wieder neu durchstarten können. Auf Grund einer sozialen Absicherung durch Arbeitslosengeld- und Krankengeldzahlungen sowie ggfls. Abfindungen lehnen sich viele Arbeitnehmer zunächst einmal entspannt zurück, anstatt sich schnell nach einer neuen Arbeit umzusehen. Häufig kommen auch Sorgen und Ängste in Hinblick auf Bewerbungen und Vorstellungsgespräche sowie Absagen potentieller Arbeitgeber hinzu, die Arbeitnehmer in dieser Phase fast in eine Art Starre verfallen lassen.

Soziologen haben nun untersucht, wie sich längere Arbeitslosigkeitszeiten auf die Bewerbungen von Arbeitnehmern auswirken (Eva Van Belle, Valentina Di Stasio, Ralf Caers, Marijke De Couck, Stijn Baert , Why Are Employers Put Off by Long Spells of Unemployment? European Sociological Review, Volume 34, Issue 6, December 2018, Pages 694–710, https://doi.org/10.1093/esr/jcy039). Hierfür befragten die Soziologen 200 Personaler bzgl. fiktiver Bewerber. Als Ergebnis stellten die Soziologen fest, dass nach Ansicht der Personaler die längere Zeit Arbeitslosen als weniger motiviert sind und in der Folge zu weniger Vorstellungsgesprächen eingeladen würden, wodurch sich die Jobaussichten ebenfalls verschlechtern würden. Dieses Ergebnis sei auch unabhängig vom Geschlecht, der Berufserfahrung, der Qualifikation oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit während der Arbeitslosigkeit.

Ein Bericht auf dem Onlineportal Business Insider ( https://www.businessinsider.de/bewerbung-psychologie-frage-vorstellungsgespraech-2019-2) befasst sich mit der Frage, wie Bewerber auf die Frage des Arbeitgebers reagieren sollen, ob sie selbst noch Fragen haben.

Viele Bewerber stehen im Rahmen des Vorstellungsgespräches vor der Frage, wie sie auf die Frage des Arbeitgebers, ob man noch Fragen habe oder etwas wissen wolle, reagieren. Häufig reagieren die Bewerber in dieser Situation relativ nervös und scheinen auf diese Frage nicht vorbereitet zu sein, obwohl sie regelmäßig gestellt wird. Der Psychologe Adam Grant, tätig an der Wharton School, rät gemäß dem Artikel in seiner Videoreihe „Work in 60 Seconds“, folgende Frage zu stellen: Wenn Sie etwas in der Firma verändern könnten, was wäre das?“ Diese Frage würde den Firmenmitarbeiter dazu bringen, seine Organisation aus einer anderen Perspektive zu betrachten und letztlich die Neugier und Kreativität des Bewerbers signalisieren.

Tipp: Da diese Frage recht allgemein ist, sollte man überlegen, ob man diese nicht konkret auf seinen Arbeitsplatz beziehen sollt. Vielleicht bietet sich daher besser folgende Frage an: Wenn Sie etwas an meinem Arbeitsplatz verändern könnten, was wäre das?

Die Online-Jobbörse StepStone hat durch das Unternehmen Mindtake eine Studie durchführen lassen, in welcher Personalverantwortlicher Bewerbungen durchsehen sollten und hat hierbei die Augenbewegungen der Personalverantwortlichen in Hinblick auf die Dauer, die diese die einzelnen Unterlagen in einer Bewerbung angesehen haben, getestet (https://www.stepstone.de/Karriere-Bewerbungstipps/eyetracking/).

Danach wurde der Lebenslauf der Kandidaten von ca. 68 % der Personaler als wichtigster Bestandteil einer Bewerbung angesehen. Die Arbeitszeugnisse hingegen wurden lediglich von ca. 10 % der Personaler als wichtigster Bestandteil angesehen. Interessanterweise nahmen sich die Personaler jedoch selbst für den Lebenslauf lediglich im Schnitt 43 Sekunden Zeit, um den Lebenslauf zu überfliegen. Gemäß der Studie ist darüber hinaus interessant, dass ein Foto im Lebenslauf gemäß den Augenbewegungen der personaler den ersten Blick auf sich zieht, jedoch nach der Befragung der Personaler lediglich auf Platz drei der Wichtigkeit innerhalb des Lebenslaufes steht.

Gemäß dieser Studie sollten Bewerber auch keine Angst vor Lücken im Lebenslauf haben, da diese nach den Angaben der Personaler (92 %) zumindest kein absolutes Ausschlusskriterium mehr darstellt.

Die Firma Benteler bietet in Paderborn am 10. November 2018 von 9:00 bis 16:00 Uhr einen Tag der offenen Tür im außen Weiterbildungszentrum in Paderborn/Schloss Neuhaus, Marienlohrstraße 27, an. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an interessierte Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer, und soll einen kleinen Einblick darauf geben, was eine Ausbildung bei der Firma Benteler bietet. Erwartet werden nach Angaben des Unternehmens mehrere 1000 Besucher für diese Veranstaltung.

Interessierte haben vor allem die Gelegenheit mit Auszubildenden und Ausbildern des Betriebes zu sprechen und diese über die jeweiligen Ausbildungen zu befragen. Auch soll die Möglichkeit bestehen, sich laufende Projekte anzusehen und teilweise auch hieran im Rahmen des Tages der offenen Tür mitzuwirken. Weitere Informationen erhalten Sie unter folgender Adresse: https://career.benteler.de/aktuelles/

Nach einer Untersuchung des Unternehmens „mindtake“ (https://www.stepstone.de/Karriere-Bewerbungstipps/eyetracking/) hält lediglich jeder zehnte Personaler die Arbeitszeugnisse für den wichtigsten Bestandteil einer Bewerbung. Wichtiger sind nach der Untersuchung das sogenannte Motivationsschreiben und der Lebenslauf der Bewerber. So hält etwa jeder fünfte Personaler das Motivationsschreiben für den wichtigsten Bestandteile der Bewerbung. Den Lebenslauf der Bewerber hingegen halten etwa sieben von zehn Personaler für den wichtigsten Bestandteil. Obwohl der Lebenslauf der wichtigste Bestandteil nach dieser Umfrage und Untersuchung ist, verwenden die zuständigen Personaler lediglich ca. 43 Sekunden, um den Lebenslauf zu „überfliegen“.

Tipp: im Rahmen von Kündigungsschutzprozessen sollte immer auch der Lebenslauf berücksichtigt werden und gegebenenfalls auch eine niedrigere Abfindung in Kauf genommen werden, wenn hierdurch Lücken im Lebenslauf vermieden werden können. Im Hinblick auf Zeugnisse sollte stets darauf geachtet werden, dass diese zumindest keine negativen Wertungen beinhalten, die von Standardformulierungen oder Bewertungen abweichen. Es sollte daher keine Bewertung schlechter als die durchschnittliche Bewertung (befriedigend) sein. Darüber hinaus sollte das Zeugnis auch immer auf den letzten Tag der Beschäftigung datieren und Zeugnis sollten keine versteckten, negativen Bewertungen vorhanden sein. Ob im Zeugnis hingegen als Note eine zwei oder eins steht, ist häufig zweitrangig. Vor allem wenn die übrigen Zeugnisbewertungen nicht gerade positiv sind oder auch eine betriebsbedingte Kündigung vorliegt, obwohl der Betrieb noch weiter existiert, kann eine solche Bewertung sogar letztlich äußerst negativ sein.